Gartenarbeit

Für viele gibt es nichts dass mehr zur Entspannung beiträgt als die Arbeit im eignen Garten

Wie interessant ist es doch, einen Menschen bei seiner Betätigung im Garten zu beobachten! Auch ein noch so kleines Stück Erde kann eine Vielfalt an Blumen, Kräutern, Früchten und Gemüsesorten hervor bringen. Um eine große Vielfalt auf winzigen Beeten bestmöglich hervorzubringen, hat der gärtnernde Mensch Hängebeete erfunden, Terrassen angelegt und an Bäumen und Geländern, sogar an Straßenlaternen Hängeampeln angebracht.

Es werden Bäume mit Hilfe von Kränen auf Dachterrassen gehievt und Konstrukte ins Wasser gesetzt, bewirken, dass Schlamm und Erde sich daran fangen, Landgewinnung wird betrieben. 

Großstadtdächer werden mit Rasen begrünt und in Kellergewölben sprießen Speisepilzkulturen. Es ist schon faszinierend, zu sehen, welche Bedeutung die Hege und Pflege von essbaren Pflanzen und deren rein dekorativen Verwandten für die Menschen haben.

Fensterbänke werden ebenso zu Gartenflächen wie winzige Balkone und großzügige Wohnhausgrundstücke mit Gartenhaus für den Rasenmäher. Für kleine Kinder gibt es kaum etwas Spannenderes, als ein Stückchen Erde als eigenen Garten bebauen zu dürfen, auf dem Sonnenblumen- und Erbsensamen keimen.

gartenarbeit-1Noch bis vor wenigen Jahrzehnten gehörte zu jeder Schule ein Schulgarten, in dem direkt und unmittelbar nicht nur biologische Prozesse unterrichtet werden konnten, sondern auch Gartenkultur ein regelrechtes Unterrichtsfach darstellte. Selbst in vielen städtischen Schulen war der Schulgarten fester Bestandteil der schulischen Einrichtung.

Woher kommt das Bedürfnis des Menschen nach dem eigenen Garten, und sei es in einem Blumentopf?

Eine Antwort dürfte, wie so oft, in der grauen Vorzeit liegen. Die Verbundenheit, nein, besser gesagt, die Einheit des Menschen mit der Natur, als Teil dieser Schöpfung ist ganz sicher in diesem Bedürfnis und der Freude am Garten zu sehen. Oft sind gerade in den Metropolen dieser Welt nur vom Menschen geschaffene Bauten, Straßenzüge und Anlagen zu finden.

Jede noch so kleine Erd- krume weist hin auf die Ganzheit und Vollkommen- heit der nicht vom Menschen geprägten Schöpfung und dürfte wohl unbewusste die Verbindung des Menschen zu seinem Ursprung bedeuten.

Hier im Garten, ob groß oder klein, öffentlicher Park oder intimer Hausgarten mit Wiese, Klappstuhl und Sonnenschirm, kann der Mensch sich wieder verbinden mit einem ihm übergeordneten Prinzip, selbst wenn es ihm nicht bewusst sein sollte.

Hier findet er zu seinem Ursprung, zu seiner eigenen schöpferischen Kraft, wird zum Schöpfer, der sich bewusst sein kann, selber Teil all dessen zu sein, dem er sich hier ungestört und gefahrlos hingeben kann.

Die Selbstversunkenheit, die leicht zu beobachten ist, bleibt man am Gartenzaun des Nachbarn stehen, der sich mit seinem Blumenbeet beschäftigt, ist eine Form des Einsseins mit der ganzen Schöpfung. So betrachtet ist jeder Garten ein Schlüssel und ein Tor zur tiefen Einkehr und zur weiten Öffnung, sowohl zu seinem eigenen Innenleben als auch zum ganzen Universum. Darin liegt ganz sicher der Grund zur Liebe zum Garten und zum Besuch im Park.