Homestaging - Einrichten und Gestalten für den Verkauf

Beim Kauf eines Objektes bewerten wir mit allen Sinnen, das Aussehen, die Einrichtung, der Geruch sind wichtig

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Homestaging

Wenn man ein Haus oder eine Immobilie verkaufen möchte, ist es wie überall im Leben. Die Art der Präsentation des Verkaufsobjektes trägt entscheidend dazu bei, zu welchem Preis und wie schnell etwas verkauft wird. Ein Negativbeispiel sind hier Lebensmitteldiscounter. Die Waren werden hier praktisch von der Europalette herunter verkauft. Um Präsentation macht sich hier kaum einer Gedanken. Wichtig ist ein schneller Abverkauf zu niedrigen Preisen. Anders sieht es im Fachgeschäft aus, in dem hochwertigen Waren angeboten werden. Die Produkte werden in einer angenehmen Atmosphäre gezeigt. Eine wichtige Rolle spielen hier auch die Beleuchtung, der Geruch und sogar die Raumtemperatur.

Warum sind diese Faktoren so wichtig?

Ein Mensch kauft nicht nur mit dem Verstand, sondern mit allen Sinnen. Die Reklamefilme im Fernsehen illustrieren dies sehr anschaulich.
Wenn man einen Autowerbespot ansieht, wird nicht mit sechs Zylindern, hohen PS-Zahlen oder Sicherheitstechnik geworben. In der Regel sieht man attraktive Menschen, die bei herrlichem Sonnenschein im Cabrio an einer Steilküste entlangfahren und dabei glücklich und zufrieden wirken. Hinterlegt wird das Ganze noch mit angenehmer Musik.

In diesem Fall wird nicht das Auto an sich beworben, sondern Emotionen wie Freiheit, Freude, Erfolg und noch viele andere Eindrücke, die weniger den logischen Verstand, sondern viel mehr das Bauchgefühl ansprechen. Der Mensch kauft sozusagen mit allen Sinnen. Natürlich spielen der Preis und die Art des Verkaufsobjektes ebenfalls eine wichtige Rolle.

Dies trifft auch und im Besonderen auf Immobilien zu. Hier wird diese Art der Verkaufsförderung Homestaging genannt.

Was ist Homestaging?

Beim Homestaging wird eine Immobilie optisch so aufbereitet, dass sie möglichst breite Käuferkreise im Bereich der Emotionen anspricht. Die mit Homestaging erzielbaren Erfolge sind erstaunlich. In der Regel wird eine Immobilie die mit Homestaging-Maßnahmen angeboten wird, in einer um ein Drittel kürzeren Zeitspanne verkauft und der Verkaufspreis ist um 10 bis 20 Prozent höher als ohne Homestaging. Es lohnt sich also etwas Geld in das Homestaging zu investieren. Dies trifft nicht nur auf professionelle Makler zu, sondern auch auf Privatpersonen, die eine Immobilie verkaufen möchten.

Beim Homestaging geht es in erster Linie darum eine Wohnung von allem zu befreien, was Rückschlüsse auf die individuelle Wohnraumgestaltung des Vorbesitzers zulässt. Dazu gehört zum Beispiel das Entfernen von zu vielen Möbelstücken, abnehmen von privaten Bildern und Fotos oder auch von Diplomen oder Gegenständen die auf Rückschlüsse auf die Religion des Vorbesitzers erlauben.

Ein anderer Fall sind neu gebaute Immobilien.

Nichts wirkt weniger einladend als eine Immobilie in der noch die Werkzeuge des letzten Handwerkers herumstehen, in der es außer Baustrahlern keine richtige Beleuchtung gibt und die obendrein noch Verunreinigungen durch die Bauarbeiten aufweist. Natürlich könnte man jetzt sagen, der Käufer muss sich den späteren Zustand eben vorstellen, doch es wäre besser ihm diese Denkarbeit ab zu nehmen und noch besser seine Gedanken in die gewünschte Richtung zu lenken.

Dies kann mit verschiedenen Maßnahmen erreicht werden.

Das richtige Licht beim Homestaging

Jeder kennt das. Eine Immobilie im Dämmerlicht oder kurz vor dem Dunkelwerden sieht völlig anders aus, als das gleiche Objekt, wenn die Mittagssonne durch die Fenster scheint. Ebenso kann man am Abend mit dem schaffen verschiedener Beleuchtungssituationen einem Raum ein völlig anderes Erscheinungsbild geben. Ein Beispiel ist hier das gemütliche Licht einer Kerze oder im Gegensatz dazu eine hellen Neonlampe.

Diesen Umstand macht man sich auch beim Homestaging zu nutze. Entweder werden für Besichtigungen die während der Dunkelheit stattfinden entsprechende Beleuchtungsmöglichkeiten geschaffen oder die Besichtigungstermine werden so gelegt, dass zum Beispiel helles Sonnenlicht die Räume durchflutet.

Bei der Beleuchtung für die Abendstunden sollte man darauf achten weißes Licht zu vermeiden und besser auf gelbes Licht zu setzen, wie es zum Beispiel eine normale Glühlampe erzeugt. Weißes Licht macht wach und erzeugt eine angespannte Atmosphäre, ähnlich wie in einer Arbeitssituation. Gelbes Licht hingegen wirkt gemütlich und behaglich.

Allerdings muss man hier von Raum zu Raum unterscheiden. In Bad und Küche haben weiße Leuchtmittel durchaus ihre Berechtigung, während man in Wohnräumen besser gelbe einsetzt. Auch die Intensität der Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle. Ist das Licht zu grell oder zu dunkel, kann es den Gesamteindruck des Raumes aus Sicht des potentiellen Käufers, negativ beeinflussen. In diesem Zusammenhang bekommt die Redewendung: “Etwas im rechten Licht erscheinen lassen…” noch einmal eine ganz besondere Bedeutung.

Die richtige Möblierung beim Homestaging

Hier gilt: “Weniger ist mehr”.
Ebenso sollte man darauf achten die Ausstattung der Räume möglichst neutral zu halten und auf Extreme zu verzichten. Nicht jeder mag das gute, alte Plüschsofa oder als Gegensatz dazu den Bauhausstil. Besonders in diesem Punkt ist es wichtig den goldenen Mittelweg zu finden. Die Räume sollte auch auf keinen Fall so vollgestellt sein, dass sie aussehen als wenn sie noch bewohnt werden. Dies ist elementar wichtig beim Homestaging.
Dem potentiellen Käufer sollte in dieser Hinsicht ein Ambiente angeboten werden, dass Denkanstöße bietet, aber noch genug Raum lässt um gedanklich die eigenen Einrichtungswünsche zu realisieren.

Ein Sofa in neutralen Farben in einer Ecke, eine mittelgroße Pflanze und ein Tisch an der richtigen Stelle, lassen den Raum in eleganter und unaufdringlicher Weise aufleuchten und üben auf den Käufer den gewünschten Eindruck aus.

Lesen Sie weiter im zweiten Teil "Homestaging unter Berücksichtigung der Feng Shui Regeln"